Auf, auf und davon!!

Samstag, September 23, 2006

Wieder mal eine „anstrengende“ Woche hinter mir –

Dienstag Abend hatten Freunde von Sabrina Freikarten für das Spiel Nantes – Toulouse und weil eine nicht konnte durfte ich mit. Das Stadion, was laut meiner Begleitung ca. 34.000 Leute fassen soll (habe das noch nicht überprüft), war extrem leer, da das kein besonders wichtiges Spiel war, nur cup de league – keine Ahnung was das ist, vielleicht ähnlich DFB Pokal, habe keine Ahnung. Mein Fußball-Männlichkeits-Bild ist extrem ins Wanken gekommen, da Toulouse komplett in rosa gespielt hat, sogar die Stutzen! Die Nanteser spielen in gelb-grün, weshalb sie auch die „canaris“ (Kanarienvögel) genannt werden. Aha! Aber immerhin die Fangesänge haben die gleichen Melodien, Mönchengladbach Olé beispielsweise ist Allez, Nantes, allez! Aber trotzdem ist alles viel gesitteter gewesen als bei uns – habe keinen mit Essen, Bier oder Zigarette auf den Rängen gesehen. A propos Essen: die Stadion-Wurst hat hier auch ein eher seltsames Pendant: sandwich américain – ein aufgeschnittenes Baguette mit Pommes drin und wenn man will unter den Pommes noch Kebap oder ein Steak.

Die spinnen die Franzosen!

Mittwoch Abend waren Michael, Julia, Wenke und ihr Freund Dirk bei mir zum Kochen, das Tolle: Dirk hat fast alles alleine gemacht und sogar gespült! Das nenn’ ich Service!

von links nach rechts: Dirk, Michael, Julia und Wenke

Donnerstag war eine Party für die Erasmus-Studenten, wo es endlich mal Bier zu normalen Preisen gab – das war dann allerdings auch schon um 22h alle was heißt, dass ich davon eine Dose(!) abbekommen habe, weil ich vorher noch bei Christa aus Mainz war. Aber bis auf eine Sinnflut ohnegleichen und extrem vollgesogenen Schuhen war das ein sehr netter, multikultureller Abend.

Freitag wollte ich eigentlich nix machen, um endlich mal mit meiner Ethik-HA anzufangen, aber wurde überredet mit ins Lieu Unique, einem coolen Club in einer alten Keksfabrik, zu gehen. Vorher waren alle Mann bei mir zum warmmachen;-)

Wir hatten Anfang der Woche übrigens einen etwas seltsamen Gast:

Ich hab aus meinem Zimmer gehört, dass der Kater wie bescheuert miaut und vor meinem Zimmer hin- und herwetzt. Als ich nachgeguckt habe wieso ... Iiiihhhh! Eine Gottesanbeterin (mante religieuse) in unserem Wohnzimmer an der Decke und die bekloppte Katze, die ausgerastet ist, weil sie nicht dran kommen konnte. Später haben die beiden dann noch einen Fight auf unserem Balkon ausgetragen, wobei die „mante“ Karatearme gemacht und laut gefaucht hat (hochinteressant) bevor sie sich dann vom Balkon gestürzt hat. Bäh!

So werde jetzt auf unserem Balkon nach dem Rechten sehen (meine Mitbewohner sind nicht da über’s Wochenende und ich muss mich um die „Pflanzen“ kümmern) und Tomaten ernten (hatte es schon fast geschafft sie dahin zu raffen, aber haben sich zum Glück wieder erholt).

Bon appetit!

Dienstag, September 19, 2006


Das letzte Wochenende habe ich mit 10 Leuten verschiedener
Nationalitaeten und 2 gemieteten Autos eine Tour durch die
Bretagne gemacht:
Die Bretagne ist echt sehr schoen, besonders die Stadt Rennes und unser Besuch am Meer hat mir gefallen. Leider waren wir einfach zu viele Leute, die alle unterschiedliche Vorstellungen von so einer Tour hatten, sprich die einen, die Staedte und Bauten besichtigen wollten (ich z.B.) und die, die die Discos besichtigen wollten.

Die Truppe von links nach rechts:
Farouk (Tunesier), Linda, hinter ihr Toni, neben ihr Steven, Eva, ich, Tim, Livia (Romaenin), Ahmid (Tunesier) und Savino (lustiger Klischee-Italiener).





Da wir nach einigen Startschwierigkeiten erst spaet in Rennes angekommen sind und die Jugendherberge schon voll war haben wir dann im Auto geschlafen - mit 5 Leuten pro Wagen!

Aber da wir an dem Abend eine nette
Kuenstler Kneipe - L'artist asoiffé -
gefunden hatten, die ihren 9. Geburtstag mit vielen strangen Leuten (z.B. dem Piraten rechts), guter Musik und viel Konfetti gefeiert haben und wir in Tims Geburtstag reingetanzt sind, war das mit dem Schlafen nicht ganz so schlimm.

Ausserdem zeugt sich auf 'nem oeffentlichen Parkplatz mit einer Elektro-
Zahnbuerste die Zaehne zu putzen von Stil, oder?





Am naechsten Tag ging es dann zum Mont-St-Michel, einer kleinen bergigen Insel, auf der ein Kloster und drum herum ein kleines mittelalterliches Oertchen ist. Sehr schoen, nur leider etwas diesig und Ebbe. Allerdings ist es da nicht so beschaulich wie es von Weitem aussieht, den es sind zwar nur mittelalterliche Haeuser rund um den Berg, in denen sind allerdings nur Souvenirlaeden, Restaurants, Hotels... dementsprechend schieben sich dann da auch die Massen durch die kleinen engen Gassen.


Nachmittags ging es dann weiter nach St.Malo - auch eine huebsche Stadt innerhalb einer alten Festungsmauer mit dem Strand direkt vor der Stadtmauer.





Im Anschluss hatte Farouk die bescheuerte Idee doch nochmal 2 Stunden
Autofahrt auf uns zu nehmen um nach Brest (keine schoene Stadt) zu fahren und hat die anderen damit gekoedert, dass wir da in einer Wohnung von einem Freund schlafen koennten und nicht wieder ins Auto muessten. Als wir nach sehr nervenaufreibender Fahrt und einer nicht abreissenden Diskussion mit Farouk wegen seines "tunesischen Fahrstils" (zum Glueck sass ich bei Savino im Auto) kamen wir in dann in Brest an und haben die ekelhafteste Wohnung ever vorgefunden, so ekelig, dass die anderen Maedels doch nochmal eine Nacht im Auto geschlafen haben, zusammen mit Savino und Ahmid, denn keiner hat sich getraut auf dem Teppichboden, oder besser dem Biotop, zu schlafen. Normalerweise gewoehnt man sich ja mit der Zeit an Gerueche und nimmt sie nicht mehr war, aber ich habe in dieser Nacht aufgrund des penetranten Schimmel und Modergeruch weniger geschlafen als in der Nacht zuvor im Auto!
Jetzt werde ich mich auf jeden Fall nie wieder ueber "deutsche" unaufgeraeumte dreckige Wohnungen aufregen, denn ich habe das Grauen gesehen;-)
Uebrigens: selbst im Bett haben Tim, Steven und ich uns nicht getraut mit irgendwas in Beruehrung zu kommen und diverse Decken als Schutz untergelegt. Die Pusteln die ich nach dieser Nacht an meinen Armen und Haenden hatte haben sich gluecklicherweise als Mueckenstiche entpuppt, PUH!

Mittwoch, September 13, 2006

Habe ein wunderbar entspanntes
Wochenende bei der liebreizenden Frau
Schlömer in Royan verbracht. Royan li
egt etwa 100 km südlich von Nantes, direkt am Meer und die Moni macht da zur Zeit noch einen Sprachkurs. Wir haben uns fast den ganzen Samstag am Meer aufgehalten: erst Sonnen und Baden, dann Joggen und Abends wieder mit einer Flasche Rotwein an den Strand gehockt. Schön!


Mein Sprachkurs, der gestern das letzte Mal stattgefunden hat, war eher für die Katz’: ich w
eiß zwar jetzt, dass es in der Bretagne eine Algenart gibt, die Goémonier heißt und dass die Fischer, die diese sammeln, die Goémonières sind, aber meine Grammatik ist immer noch genauso mies wie vorher. Immerhin kann ich französischen Gesprächen wesentlich besser folgen als noch vor 2 Wochen und habe auch weniger Hemmungen mit zu reden – aber halt falsch!

Trotzdem mache ich jetzt viel mit den Deutschen, denn erstens sind da einige sehr Liebe bei und zweitens ist es sehr entspannend bei Gesprächen mal nicht hochkonzentriert sein zu müssen und einfach drauf los reden zu können. Da ich (noch) die einzige bin, die nicht im Wohnheim wohnt und sowohl eine eigene Küche als auch Platz für mehrer Leute habe, waren gestern einige Deutsche und eine Finnin bei mir – wir haben zusammen gekocht und getrunken, war sehr nett. Ganz gut, wenn noch Erasmus-Studenten aus anderen Ländern dabei sind, dann ist man gezwungen auch in so einer Runde wie gestern immer wieder Französisch zu sprechen. Und man hat gegenüber anderen Ausländer keine Hemmungen davor, Romane auf Französisch zu erzählen, denn die reden meistens ja genauso schlecht wie wir;-)

Morgen ist die Einführung von meinem Studiengang, bei der ich hoffentlich endlich erfahre, wie mein Stundenplan ist, von wann bis wann genau Ferien sind, wann Prüfungen... Hier geht nämlich das Gerücht um, dass das Semester nach Weihnachten schon vorbei ist und dann nur noch Prüfungen sind. Immerhin weiß ich, dass es bei mir am 25.09. losgeht und ich folglich nächste Woche noch ganz frei habe, Juchu!!

Vom 08.-14. November ist hier ein deutsches Filmfestival (Filme unter: http://ccfanantes.free.fr/index.php?option=com_content&task=view&id=20&Itemid=64), dass vom Centre-Culturel-Franco-Allemand organisiert wird und ich werde da ehrenamtlich helfen: Plakate kleben, evtl. Filme untertiteln, deutsche Gäste betreuen, Eintrittskarten abreißen... Ich hoffe dass ich, wenn das gut klappt, im Januar und Februar dann ein Praktikum bei diesem Kulturzentrum machen kann. Dann könnte ich hier auch noch den Karneval mitkriegen – hätte nicht gedacht, dass der in Frankreich gefeiert wird (nach Sabrina wohl gerade in Nantes groß). Da die meisten Deutschen hier Mainzer sind könnt ihr euch vorstellen, wie die sich alle gefreut haben, als ich denen das erzählt habe;-)

Mittwoch, September 06, 2006

Hier ist gerade Hochsommer, pünktlich zum Beginn meines Intensiv-Französisch-Kurses. Gestern war der Test des Sprachniveaus ich wurde (wie ein Großteil der anderen deutschen Studenten) als intermédiaire (mittel) befunden, was heißt, dass ich jetzt bis nächste Mittwoch immer von 9:30 – 12:00 und von 13:30 – 15h Sprachkurs habe.

Es sind hier erstaunlicherweise sehr viele Deutsche, die (noch erstaunlicher) teilweise in ganzen Gruppen aus der gleichen Uni und dem gleichen Studiengang kommen. Haben zusammen die Mensa, das RU, ausprobiert und als gut empfunden. Von daher können wir die lange Mittagspause sinnvoll nutzen;-)

Montag habe ich mir bei strahlendem Sonnenschein den „Jardin des Plants“ angeguckt: ein wunderschöner Park, mit alten Gewächshäusern, kleinen Brücken, verschlungenen bewachsenen Pfaden, kleinen Seen ... Ihr könnt euch vorstellen, dass das genau das Richtige für mich war! Im Gegensatz zum „Parc des 5 sens“ – dem Park der 5 Sinne. Hatte mir da etwas wie den Park in Schweden erhofft, besonders bei dem „parcour des odeurs“ (für mich als Nasenmensch), aber das wirklich nur ein Mini-Park mitten im Gewerbegebiet, total laut und kein einziger Geruch als Moder. Aber, und das ist echt toll hier, es gibt in der ganzen Stadt verteilt zig Parks und Botanische Gärten, die ich noch erkunden kann.

Wieder was gelernt:

Ich glaube ich habe erst gestern beim Mit-dem-Fahrrad-Spazierenfahren wirklich begriffen, was ein Hausboot ist – sehr geil, damit würde ich ja auch gerne Mal Urlaub machen:


Heute Abend treffe ich mich mit meinen Landsmännern, einem Italiener und einem Franzosen (und vielleicht kommt Sabrina noch mit) in der Stadt, um in 'ner Bar Frankreich : Italien zu gucken. Vielleicht gehen wir ja in den "Bier Garten", heißt wirklich so und trinken da ganz unfranzösisch Weiznbier;-)

Sonntag, September 03, 2006

Von links nach rechts: Antoine, Julian und Sabrina bei Julian in der Wohnung

Jetzt ist es nicht mehr ganz so voll bei uns, Antoine ist Freitag ausgezogen. Donnerstag Abend gab es deshalb bei uns noch eine Abschieds-Party für ihn. Habe dort noch mehr Hausbewohner kennengelernt:
unsere Nachbarn Américo (Brasilianer) und Malika (Araberin), deren Wohnung mit das Abgefahrenste ist, was ich je gesehen habe, wenn man da rein kommt ist das wie eine parallele Dimension zu betreten – so stelle ich mir in etwa Ali Babas mit Schätzen ausstaffierte Räuberhöhle vor;-). Die beiden haben diverse Kinder aus ihren vorigen Ehen und ihre gemeinsame Tochter Anissa (6), die irgendwie einen Narren an mir gefressen zu haben scheint und immer total aufgeregt um mich rumspringt, redet wie ein Wasserfall und mir alle ihre Spielzeuge einzeln vorgestellt hat /war sehr langwierig, denn sie sammelt so komische bemalte Holz-/Steineier und hat mir die Geschichte eines jedens erzählt...)

Wer sich noch irgendwie Sorgen um mich machen sollte sei beruhigt, denn seit der Party weiß ich, dass der Liebe Gott in der Etage unter uns wohnt. Der liebe Gott heißt Marc, hat einen langen weißen Bart und lange weiße Haare, ist undefinierbaren Alters, hat einen 15jährigen Sohn namens Clément und steht auf The Doors.

Freitag Mittag war ich dann mit Antoine und Julian aus der 2.Etage am Strand, diesmal an einem anderen, der etwas näher liegt und Antoine hat uns danach das Hafenstädtchen Pornic gezeigt. Sehr hübsch, mit einem in ganz Frankreich berühmten Eiscafé, vor dem sich die „mûr de lêche“ findet, die Mauer der Leckenden – tatsächlich, an der ganzen Kaimauer entlang nur Eis-leckende
Leute.


Dieses Wochenende findet das Jazz-Festival „Rendez-vous- sur- L’Erdre“ statt, bei dem an dem Fluss Erdre entlang 13 verschiedene Bühnen sind, sowohl an den Kais, auf der Ile de Versaille und auf Schiffen. Ich war Freitag Abend zusammen mit Sabrina und Julian da – sehr cool. Nicht nur, dass das eh schon ’ne coole Sache ist, die haben auch alles
super schön beleuchtet und es gibt
zig Fressbuden mit ausgefallen
Sachen, Feuerspucker,
Robotermänner und, und, und.