Auf, auf und davon!!

Dienstag, Dezember 16, 2008

Meine Zeit in Kaikoura ging leider viel zu schnell um. Das Wofan war wirklich wie Urlaub und ich hatte wahnsinnig Glueck mit meiner Zimmerbewohnerin Vanessa und meiner Nachbarin Erika - die Abendspaziergaenge mit ihr vermisse ich hier wenn ich alleine gehe. Und wir hatten immer nette Gaeste, hatten keinen Abend Ruhe, weil einfach immer wer da war, der einen auf ein Bier oder ein Glas Wein zum Quatschen eingladen hat. Und in Kaikoura habe ich entschieden kein Whale Watching zu machen, wie es die meisten tun, sondern was besseres: ich war mit Delfinen schwimmen!! Und ich kann kaum beschreiben wie geil das war!!! Beim ersten Mal im Wasser war ich schon enttaeuscht - habe nur weit weg 2 gesehen. Beim 2. Mal das gleiche, bis mich ploeztlich was gestreift hat und ploetzlich ueber mir, unter mir, neben mir ueberall Delfine waren!!! Und lustig: damit die Delfine zu dir kommen musst du ihnen Unterhaltung bieten, was bedeutet zu singen und das mit Schnorchel im Mund! Koennt euch ja vorstellen wie bescheuert sich das anhoert und aussieht wenn 10 Erwachsene im Neoprenanzug quietschend im offenen Meer rumduempeln! Und wennn sie dann kommen muss man Blickkontakt halten und sich mit ihnen zusammen ganz schnell im Kreis drehen. Das war grossartig!!
Vom Sommerurlaub in Kaikoura bin ich dann an Christchruch vorbei auf die Banks Halbinsel suedlich von Christchurch gefahren; wunderschoenes Fjord mit gruenen Huegeln und wunderbar klarem Merrwasser. Auch das HOstel in dem ich die Nacht verbracht habe war total schoen, kleines Holzhaeuschen mit grosser runum Veranda und alles voller Blumen. Da habe ich dann eine der interessantesten Personen meiner Reise kennengelernt: die 87(!)jaehrige Backpackerin Margie die woll einer der gluecklichsten und froehlichsten Menschen ist die ich bisher kennenglernt habe. Die war einfach nur Klasse - habe mit ihr Abendgegessen und auch am naechsten Morgen gefruehstueckt und gekloent... 87!!! Stellt euch das vor!! Mit 62 war sie auch schon Backpacking in Deutschland und hat sie mich mit diversen Anekdoten aus dieser Zeit unterhalten. Am naechsten Tag musste ich dann ja nach Christchurch zur naechsten Wofa-Stelle, habe mir auf dem Weg aber Zeit geladden und bin eine Runde ueber die Gipfel der Halinsel mit herrlichen Blicken gefahren und habe noch einen Umweg an den Diamond Harbour und Lyttelton gemacht um mir dann meine neue 'Heimat' fuer den Rest meiner Reise von oben anzusehen waehrend ich ueber die Gipfel Strasse von Mt Dryers gefahren bin. Das war ein fantastischer letzter Urlaubstag bevor ich dann in der Stadt angekommen bin.
Das Ehepaar bei dem ich hier bin, Patricia und David ist super seltsam: er Zeuge Jehovas, sie diktatorische Ziege - wie sie mit ihm zu reden pfelegt, das ist mir so peinlich wenn ich daneben sitze! Bitte, bitte, meine lieben Paare unter euch - bitte werdet nicht so wenn ihr aelter werdet!! Irgendwann wird David sie vermutlich mit einer Bibel niederstrecken... Aber ich habe immerhin freie Unterkunft und freies Essen und Abends kriege ich von Haushaelterin Jennifer aus Taiwan, die mit ihrem Sohn Ian fuer ein Jahr hier wohnt und auch seltsam ist immer was nettes gekocht. Christchurch ist ganz nett, recht gruen fuer eine 'Grosststadt' (das ist hier ja eher relativ zu sehen) und hat eher untypisch ein paar aeltere Steingebaeude, die eher englisch als neuseelaendisch aussehen. Und zum Glueck ein gutes Busnetz, denn mein Haus ist in einem Stadtteil direkt am Meer (juchu) und 15 Minuten Fahrt von der City weg. Und ich habe hier viel mehr Leute getroffen als ich dachte: Montag war ich erst Mal mit Steffi, die ich ja zusammen mit Verena auf der Nordinsel kennengelernt hatte Kaffeetrinken und abends hat mich Gerald, mein Sydneydate, mit einem Kurzbesuch und Abendessen ueberrascht und ist auch noch den verregneten Montag geblieben bis er dann abends leider weiter gen Westen musste. Das waren dann auch schon meine Christchurch Highlights, denn der Versuch mein Auto zu verkaufen hat mich einige Nerven gekostet!!! Habe alle Zeit die ich ausser Arbeit hatte (und selstame Arbeit - ich wueder niemals von jemanden verlangen die Buchsbaumhecke mit der Kuechenschere zu schneiden oder meinen Kleiderschrnak mit meiner Unterwaesche auszumisten) im Backpacker Carmarket und beim Hostelablaufen und Anzeigen aufhaengen verbracht. Im Carmarket war es anfaenglich super lustig, weil da mehrere Leute in meinem Alter waren, die auch ihr Auo verkaufen wollte und wir zusammen Karten gespielt und Bier getrunken haben (immer wenn einer seine Karre verkauft hatte hat derjenige eine Runde Bier geschmissen) - als dann aber Sonntag abend nur noch ich ueber war (leicht angetrunken, weil an dem Tag 4 Vans verkauft wurden) war es nicht mehr lustig. Aber anscheinend muss man immer bis zuletzt warten (3 Israelis haben ihren Van eine Stunde bevor sie zum Flughafen mussten verkauft!) - Tommy ist weg! An ein osterreichchisches Paar dass hier fuer ein Jahr studiert und die mir nach dem Papierkram und Gelduebergabe noch eine Privatfuehrung durch den botanischen Garten gegeben haben. Zum Verabschieden von Neuseeland hat Gerald mich an meinem letzten Tag dann nochmal ins Auto gepackt und ist mit mir bevor er mich zum Flughafen chauffiert hat auf den Dryers Pass gefahren, von wo ich aus nochmal einen Blick auf Lyttelton Harbour auf der einen und Christchurch auf der anderen Seite hatte und "Tschuess" zu NZ sagen konnte. Tja und nach Sydney bin ich in einer Woche dann auch schon wieder zu Hause - und ich kann nur sagen: auch ohne Heimweh - ich freu mich tierisch auf euch alle!!!!
Ich werde von zu Hause dann noch ein letztes Mal fuer die, die ich erst im Januar sehe einen Sydney-Bericht mit Fotos hochladen.

Montag, Dezember 01, 2008




So, nachdem mir ordentlich die Sonne aus dem ... geschienen hat habe ich einen kleinen Rueckschlag erfahren. Nach Queenstown hat es mich an den Lake Manapouri verschlagen, auf den ich einen herrlichen Blick von der Veranda des Hauses von Jimmy und Kerstin hatte - Jimmy vermietet eigentlich kleine Huetten als Hostelzimmer, aber weil seine deutsche Freundin Kerstin und ich uns gleich gut verstanden haben haben sie mich in ihrem ganz neu gebauten (alles selber gemacht aus eigenem gefaelltem Wald) Haus im Gaestezimmer schlafen lassen. Und mit einem Panoramablick ueber See, Berge und Land habe ich dann den Abend mit Kerstin und ihrer Freundin Gudrun aus Christchurch bei einer Flasche Rotwein verbracht - endlich das Feiern meines Diploms nachgeholt:-) Vom Inland ging es dann zurueck an die Kueste mit kurzem Stop in Invercargill (nicht so schoen) und weiter ueber furchtbare gravel roads durch die Catlins von Kueste zu Kueste. In Curio Bay, wo ich die Nacht verbracht habe, gab es dann die erste eher zufaellige Begegnung mit einem yellow eyed penguin - eigentlich soll man wenn man einen sieht Abstand halten und nix machen - aber wenn der frech das wo ich gerade sitze aus dem Wasser gewatschelt kommt - was soll ich machen, weglaufen? Auch die Seehunde sind nicht immer scheu - siehe Video. Auf dem Weg durch die Catlins am naechsten Morgen hatte ich dann ein Deja vu - mein Gaspedal und meine Automatikschaltung haben ploetzlich nicht mehr das getan was ich von ihnen wollte! Mit immer wieder Auto aus, Auto an, habe ich es dann geschaffft mich den letzten Berg runterrollen zu lassen um im naechsten "Ort" (3 Haeuser und zum Glueck eine Telefonzelle, denn mitten im Nirgendwo gibt es auch kein Handynetz) den AA (Pendant des ADAC) anzurufen - mich zu orten hat ein wenig laenger gedauert. Nach einer Stunde kamen dann Perry und Hamish um nach meinem Auto zu sehen - welch Ironie - wieder die 'transmission' - und mich abzuschleppen, was gar nicht so leicht war, denn der Haenger auf den meine Karre sollte war zu hoch und meine Karre leicht tiefer gelegt was einige Nerven und 'bloody hells' gekostet hat. Perry hat mich in seine Werkstatt in Owaka (Mini Ort) gebracht, wo 'cross finger that is just a dirty oil condition' leider nicht funktioniert hat - Oel war sauber, bis auf ein Stueck Metall, dass sich als abgebrochener Bestandteil meines Getriebes entpuppt hat. Nerven blank - neues Getriebe muss her - Sonntags mitten in der Pampa nicht moeglich. Immerhin ein Ort in dem es ein Hostel gibt. Als ich mein Gepaeck aus dem Auto wuchte eroeffnet Perry (ganz grumpy aber eigentlich herzensgut) mir, dass es doch Quatsch waere ins Hostel zu gehen, denn bis eine Transmission gefunden ist und die nach Owaka transportiert und eingebaut wird koenne es dauern - ich koenne so lange bei ihm und seiner Freundin Charitee und den zwei Hunden Billy und Beanie wohnen. Das habe ich dann auch 4 Tage getan - umsonst und sogar bekocht wurde ich. Mit Nachtisch! Und Charitee hat mich bei meiner Ankunft direkt mit auf Familienbesuch genommen - ich kenne jetzt die gesamte Familie Leslie in Owaka und die Altehrwuerdigen des Bowlingclubs, denn das war unser naechster Stop. Die Neuseelaender (insbesondere die Alten) stehen total auf die seltsame Abwandlung des Boules Spiel draussen, jedes noch so kleine Kaff hat einen Platz und jetzt weiss ich dann endlich auch, was sie darauf tun. Am naechsten Tag hat Charitee dann meine Reisefuehrerin gespielt und mir alle Wasserfaelle, Buchten, Seeloewen und Seehunde der Region gezeigt, und als sie zur Arbeit musste hat sie mir ihren Autoschluessel in die Hand gedrueckt plus Anweisungen wo ich noch ueberall hinfahren koennte. Es ist kaum zu glauben, dass die zwei so freundlich und vertrauensseelig sind - kennen mich nicht, lassen mich in ihrem Haus leben, das ich genausogut haette leer raeumen koennen waehrend sie arbeiten sind und weigern sich mir irgendwelche Arbeit zuzuteilen als ich sie danach frage. Immerhin habe ich den Abwasch machen duerfen, wofuer Charitee sich so herzlich bedankt hat, dass es mir schon wieder peinlich war. Nachdem ich dann also 4 Tage zwangsweise geruht habe (eigentlich ganz gut, wie ihr wisst bin ich ja nicht so gut im Abschalten) und meine Reisekasse betraechtlich geschrumpft ist (wobei ich fuer die 'Arbeitsstunden' glaube ich noch einen echten Freundschaftspreis bekommen habe, denn das Getriebe aus dem Auto zu kriegen hat zu Nachtschichten und Mobilisierung der Dorfjugend gefuehrt) ging es dann endlich weiter gen Norden nach Dunedin, nochmal eine groessere Statd, die mir aber sehr gefallen hat, da sie ganz schottisch angehaucht ist. 'Vor' Dunedin befindet sich die Otago Halbinsel, die ich beidseitig abgefahren habe mit Zwischenstops bei der Albatrosskolonie und dem einzigen Schloss Neuseelands. Um die Tage in Owaka reinzuholen habe ich dann nicht wie geplant in Oamaru (auch nettes Staedtchen mit eigener Zwergpinguinkolonie und alten Kalksteingebaeuden) sondern bin wieder ins Landesinnere durch verlassenes, von Bergen gesaeumtes Flachland vorbei an zahlreichen knallblauen Seen nach Omarama gefahren. Hier wolte ich eigentlich auf einem 'Umsonst-Campingground' des Departement of Conversation schlafen um ein wenig Kohle zu sparen - der Campingplatz war nach Ueberflutung aber leider nicht existent. Deshalb bin ich auf der Buscot Station bei Tony gelandet. Mitten in der Pampa faehrt man von der Hauptstrasse auf eine Privatstrasse ab, vorbei an Merinoweiden, bis man nach einer Rechtskurve 2 km lang geradeaus auf einen Huegel in dessen Mitte ein putziges kleines Haeuschen steht zufahert - Tonys Mini-Hostel. Dort habe ich mich dann alleine unter Maennern wiedergefunden - 3 Jungs aus Berlin, ein aelterer Ami und Tony plus sein Mitarbeiter Al, beide so um die 60-70, die mich dann den ganzen Abend unterhalten und mit Drinks und mit Kitkats versorgt haben - wie gesagt, hat durchaus Vorteile alleine zu reisen! Die 3 Jungs aus Berlin habe ich dann nachdem ich am naechsten Tag mir zuerst Mount Cook, Lake und den Tasman Glacier angesehen habe im Hostel am Lake Tekapo wiedergesehen und wurde wiederum mit Cocktails und herrlichem Schwadens beglueckt. Mit einem von ihnen, der ueber Weihnachten nach Sydney fliegt habe ich jetzt am 18.12. in Sydney ein Kaffee-Date:-) Von Lake Tekapo aus habe ich am Samstag dann im Zickzack die halbe Suedinsel abgefahren: Fairlie, Timaru, Geraldine, Methven, Mt. Hutt, Oxford, Rangiora, Amberley, Waipara, Mt. Lytford um dann in Kaikoura zu landen, wo ich eine WOFA-Stelle angetreten habe. WOFA heisst 'work for accomodation' und ist eigentlich fuer work'n traveller gedacht - man arbeitet zwischen 2 bis 3 Stunden am Tag, kann den restlichen Tag alles im Hostel nutzen (hier INTERNET, Waschmaschione, Fahrraeder) oder die Gegend erkunden und erhaelt dafuer Unterkunft und manchmal auch Verpflegung. Ich bin auf meiner Reise schon mehrmals von Hostel-Besitzern gefragt worden, ob ich nicht noch ein paar Tage als Wofa bleiben will, fand die Idee immer schon gut, aber hatte einfach noch nicht genug gesehen und Angst nicht mehr alles mitzunehmen (Jimmy hatte mich zuletzt gefragt und da war ich schon kurz davor zu bleiben). Da ich jetzt ein bissel auf die Reisekasse achten muss kam mir das Angebot der Lyell Creek Lodge, das Hostel in Kaikoura, in dem ich ohnehin geplant hatte 4 Tage zu bleiben, gerade recht - jetzt wohne ich hier eine Woche umsonst und teile mir mit der putzigen Taiwanesin Vanessa (28, aber sieht aus wie 16!) eine eigene Huette - herrlich nur zu zweit zu schlafen und keine schnarchenden Maenner in der Naehe zu haben. Im Gegenzug machen Vanessa und ich morgens wenn die anderen Hostelgaeste weg sind (ist ein kleines Hostel mit nur 12 Betten) die Betten und putzen Bad und Kueche, die wir selber auch benutzen, also eigentlich tun wir kaum was, denn hier ist es generell ordentlich, da hier mehr erwachsene Paerchen als wilde Backpacker uebernachten. Und mit Jonny (29) und Bridget (23), die das Hostel auch erst seit April haben, habe ich mich auf Anhieb gut verstanden - die beiden hatten mich zu sich ins Haus hinter dem Hostel zum James Bond gucken und kennenlernen eingeladen, wozu wir allerdings gar nicht gekommen sind, denn als ich ins Haus kam und mit 'Down with the sickness' von Disturbed begruesst wurde und ich freudig beim 'Owahahaha' einstimmte, haben die beiden mir dann den ganzen Abend ihre Mucke vorgespielt, mich mit Rotwein beglueckt, viel gequatscht und gelacht. Also keine wirklichen 'Arbeitgeber' sondern mehr Urlaub bei Gleichgesinnten. Neben dem Hostel ist ein Bed&Breakfast in dem Vanessas Freundin Erika (23 aus der Schweiz) arbeitet, die mit uns vorgestern nach Blenheim (das einzige Stueckchen, dass mir im Norden noch fehlte) gefahren ist und ich endlich nochmal nicht selber fahren musste und so zum einen den Blick von der herrlichen Kuestenstrasse geniessen und zum anderen beim Zwischenstop auf dem Montana Weingut (hier ist alles voll mit Weinbergen) auch an der Weinprobe teilnehmen konnte. Lecker!! Wie ihr seht geht es mir nach dem ganzen Auto-Aerger gut und ich geniesse es, wieder einen wenigstens einigermassen geregelten Tagesablauf zu haben (endlich mal wieder regelmaessig joggen), nicht jeden Abend den Rucksack aus/einpacken zu muessen und beim allabendlichen Hostel-Talk immer wieder das gleiche gefragt zu werden, sondern mal ein paar Leute laenger als eine Stunde zu 'kennen'. Jetzt versuche ich eine Wofa-Stelle in Christchurch zu finden - habe schon ein Angebot von einem aelteren Ehepaar, das jemand fuer kleinere Haus- und Gartenarbeit sucht, die nah am Meer wohnen und bei denen ich sogar ein Zimmer fuer mich ganz alleine haette - hoert sich gut an, warte nur noch auf ihre 'Stunden-Vorstellung', denn mehr als 4 Stunden sollen es fuer Wofa eigentlich nicht sein, denn der Sinn ist es ja, dass es immer noch Urlaub ist und man genug Zeit hat fuer Sigthseeing u.ae.