Auf, auf und davon!!

Montag, November 17, 2008

Tatatataaaa: hier schreibt die endgueltig Ex-Studentin fertige Diplom Medienwirtin! Meine Diplomarbeit ist zurueck und damit auch mein Zeugnis und mein Schnitt fertig. Das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend!! Dafuer habe ich mir (neben diesem Urlaub natuerlich) die neue Rise Against CD gegoennt denn Tommy hat einen funktionierenden CD Player (Ed hatte sogar einen Slot fuer meinen MP3 Stick - alllerdings hat
bei ihm noch nicht mal das Radio funktioniert) und hoere die beim "in der Sonne mit offenem Fenster durch die Gegend cruisen" rauf und runter - Jungs, ich freu mich riesig auf das Konzert im Februar!! Nachdem ich in Nelson noch bei Regen die Stadt erkundet habe ging es am naechsten Tag bei knalle Sonne auf meine erste Mehrtageswanderung mit Huetten-Uebernachtung in den Abel Tasman National Park. Um zu starten habe ich mich via Wassertaxi die Kueste hochfahren lassen (man faehrt einfach so weit wie man wieder zurueckwandern moechte) und die Zweifel, ob das so eine gute Idee war (immer noch Blasen vom Tongariro Corssing) waren ganz schnell verschwunden, als der Fahrer fragte ob wir schon Mal Killerwale gesehen haetten. Mann, hab ich ein Schwein, die kommen hoechstens 3/4 Mal im Jahr in die Ecke und ausgerechent als ich im Boot sitze schwimmen da gleich 3 von denen herum! Der Fahrer war selber total aufgeregt, hat wild mit seinem Handy fotografiert und fast eine Stunde Verspaetung in Kauf genommen in der wir den Walen immer wieder gefolgt sind. Viel kleiner als ich dachte (laut Fahrer weil es Weibchen sind) und total neugierig - ich glaub die haben sich einen Spass draus gemacht uns Touris von einer Seite des Motorboots auf die andere zu scheuchen indem sie unter uns durchtauchen. Die Wanderung selber hat richtig Spass gemacht (wunderschoene einsame Straende mit goldenem Sand und tuerkisem Wasser), wenn es auch sehr anstrengend war - bin es nicht gewohnt den grossen Rucksack mit Schlafsack etc zu schleppen. Und das Alleine-Reisen und Wandern ist auch gar kein Problem - ich habe manchmal schon fast zu viel Anschluss (ich bin abends oft so ko, dass ich gar keine Lust auf Gesellschaft habe). Auf der Suedinsel habe ich bisher sehr viel mehr Leute in meinem Alter getroffen und gerade von den Maennergrueppchen (tja, hat auch Vorteile als Frau alleine zu reisen;-) werde ich immer angequatscht - habe schon eine Einladung von 2 Jungs aus Berlin mit ihnen den 3-Tage-Routeburn Track zu laufen - glaube allerdings das spare ich mir. Nach dem Abel Tasman bin ich weiter die Golden Bay entlang gefahren ueber Takaka Hill, was wieder ein richtiges Gebirge ist zurueck ans Meer um mir Cape Farewell und Farewell Spit (35 km Sandduene) anzusehen. Da habe ich dann auch endlich meine Seehunde gesehen - erst von den Klippen ein balzendes Paerchen beobachtet und dann am Strand ganz versteckt hinter Felsen ploetzlich direkt 2 sonnenden Seehunden gegenuebergestanden. Putzig aber stinken. Da ich an dem Tag noch ein paar Kilometer machen wollte bin ich von der Obstplantagen nach glenhope gefahren. Ich kann nicht oft genug sagen, wie schizo das Land hier ist: goldene Straende mit Palmen, Gebirge mit Schnee, schottisch anmutenden Schafhuegel, von grell gelben Buschblumen ges Kueste ins Landesinnere vorbei an riesigen sattgruenenaeumte Flusstaeler zwischen sattgruenen Laubweaelder-Huegeln... Ich hatte schon Angst, dass mich irgendwann die Landschaft nicht mehr beeindrucken kann, aber das wird wohl nicht passieren. Allein beim Autofahren sehe ich so viel, das einfach nur atemberaubend schoen ist. Ach ja, uebers Autofahren habe ich bisher ja nicht so viel geschrieben: das Linksfahren ist kein Problem dadurch, dass der Fahrersitz auch auf der anderen Seite ist. Allerdings habe ich erst im Nachhinein gemerkt, was Ed fuer ein Luxus war, denn die 'nicht deutschen Autos' haben Blinker und Scheibenwischer andersherum - wobei ich mich da langsam drangewohnt habe. Eine Sache, die ich nicht reinkriege ist die bescheuerte Vorfahrtsregelung: wenn ich links abbiegen will (also nur um die Ecke huschen muss) und der der mit entgegen kommt rechts (also die Fahrbahn zum Abbiegen ueberqueren muss) hat der Vorfahrt!! Laso wenn ich einen Unfall bauen sollte liegt es an dieser daemlichen regel. Aber ansonsten ist das Fahren hier viel entspannter als in Deutschland. Selbst auf dem Motorway (von dem es eigentlich nur einen auf der Nordinsel gibt) darf man hoechstens 100 fahren, was aber 80 % der Fahrer gar nicht tun, es wird nicht nah aufgefahren, nicht gedraengelt, wer ganz langsam ist laesst die anderen passieren - einfach perfekt um sich beim Fahren alles genau anzusehen und nicht gestresst anzukommen.
Von Glenhope bin ich zuerst am Buller River entlang zum Mt St Arnaud in den Nelson Lake National Park und da an den Lake Rotoiti geduest um dann wieder in Richtung Kueste zu fahren. Die Strecke zieht sich ein bisschen was aber von der urwuechsigen Landschaft entschaedigt wird: in der Buller Gorge fliesst der galsklare Buller River durch ein breites Kiesbett rechts und links von gruenen Laubwald-Huegeln gesaeumt und an den Ufern von sattgelben Ginsterbueschen (broom) bewachsen. An Cape Foulwind, genauer an Tauranga Bay habe ich mir dann nochmal eine Seehundkolonie angeguckt - es ist echt gut, im Fruehjahr unterwegs zu sein, denn die kleinen Seehunde sind schon sehr viel putziger als die fetten Bullen. Nach dem totalen Schock ueber den ploetzlichen Touri-Auflauf an den Pancake Rocks (die werden da Busse weise angekarrt) habe ich eigentlich ungewollt in Greymouth uebernachtet was allerdings ein Gluecksfall war: ein wunderbares Hostel, das super sauber, gut in Schuss und exotisch angehaucht ist und eine Mehrbettzimmer, das wir nur zu zweit bewohnt haben - der zweite war Oliver aus Hamburg, etwa mein Alter und total nett. Von Greymouth aus habe ich dann via Auto bei blauem Himmel und knalle Sonne erst Lake Brunner und dann den Arthurs Pass erkundet - wieder einmal landschaftlich total abwechslungsreich und wunderschoen! Zum Uebernachten hat's mich alerdings wieder an die Kueste nach Hokitika gezogen. Das erste Mal, dass ich die einzige Deutsche im Hostel (viel zu viele Deutsche in NZ) und die juengste war!! Nachdem ich den rauen schwarzen Strand abgejoggt bin habe ich abends mit den anderen Bewohnern (einer Schwedin um die 30, einem Suedafrikaner 40-50 und einem 'hippen' israelischen Ehepaar knapp 50) auf den Sofas um den Kamin herum gesessen und gequatscht und gelacht. Als ich mich dann um 22h verabschieden wollte, um in den Bush auf Gluehwuermchenjagd zu gehen sind die anderen spontan mitgekommen - das war vieleicht eine lustige Mulitkulti-Nachtwanderung! Und wir haben tatsaechlich Gluehwuermchen gesehen und das umsonst (manche Touris bezahlen dafuer viel Geld). Die leuchten blau, wusstet ihr das? Jetzt fehlen mir nur noch die Pinguine - Warnschilder a la "Penguins next 10 km" habe ich schon gesehen, kann also nicht mehr lange dauern! Mein Wetter Glueck hat allerdings erst Mal ein Ende gefunden, denn als naechstes wollte ich eine Gletsher-Tageswanderung auf dem Fox Glacier machen, aber nicht im Regen. Am Montag bin ich deshalb nur ein kleines Stueck durch Sinnflutartigen Regen bis Okarito gefahren, wo ich das Gleuck hatte nachdem das Hostel dort voll war auf ein kleines Historic Building, ein altes Schulhaus, zu stossen, das als (das kleinste in NZ) Youth Hostel umgebaut wurde. Und was ein Schwein - eigentlich muss man das vorher reservieren und nur fuer Gruppen, aber als ich ankam war aber gerade die Putzfrau da, die mich reingelassen und fuer einen Kleckerbetrag dort uebernachten lassen hat. Die Freude ueber "endlich eine Nacht alleine" (ich hatte vorher irgendwie immer maennliche Zimergenossen, was zwar den Vorteil hat, dass die wenn sie spaeter ins Bett gehen weniger Krach machen als Maedels - nur Hose ausziehen und hinlegen - dafuer aber schnarchen) ist in der Nacht allerdings verflogen: das angekuendigte Unwetter um dass ich dachte herumgekommen zu sein kam mit einem Tag Verspaetung und dass als ich ganz alleine in einem sehr klapprigen Historic Building direkt am tosenden Meer liege - habe kein Auge zu getan - aber bin nicht weggeflogen und auch nicht ueberschwemmt wurden... Die Gletscher Wanderung habe ich dann 2 Tage spaeter gemacht - allerdings war die eher enttaeuschend - wie ihr wisst gehoere ich ja eher zu der Sorte 'ungeduldiger Menschen' weshalb ich mich nach den ersten 2 Stunden Staunen ueber diesen Gletscher und seine Eigenheiten eher gelangweilt habe, denn alle 5-10 Minuten haben wir gestoppt, damit die Paerchen sich zusammen vor jeder einzelnen Eisspalte fotografieren lassen koennen oder unser Fuehrer neue Stufen ins Eis hacken kann... Deshlab bin ich nach der Wanderung auch direkt weiter - Zeit rein holen und wieder an die Kueste zu kommen, wo das Wetter gleich viel besser war und ich mit einem herrlichen Sonnenuntergang ueber dem Tasmanischen Meer entschaedigt wurde. Von Haast bin ich wieder ins Landesinnere geduest vorbei an Lake Wanaka mit kurzem Stop fuer eine 3stuendige Bergbesteigung (als ich endlich oben war, pitschnass geschwitzt weil die Sonne so geknallt hat kam ein Sturm, der mir alle Wolken genau vor meine Aussicht auf Mount Aspiring geschoben hat - als ich wieder unten war war dann auch die Sonne wieder da) bis nach Arrowtown (putziges altes Goldgraeber Doerfchen), kurz vor Queenstown. Das Hostel hatte ich eigentlich nur wegen des in seiner Beschreibung vorkommenden 'free internet' gewaehlt und mich schon geaergert , denn das free internet wollte auf dem uralt Rechner nach 20 Minuten Ladedauer imer noch nicht die Startseite anzeigen, aber wie sich rausgestellt hat (und das kommt hier so oft vor!!) war es einfach nur tierisch Glueck, dass ich da war. In dem Hostel lebt naemlich 3 Tage die Woche auch Lester, seines Zeichens Busfahrer eine Gesellschaft, die Tagesausfluege in den Fjordland National Park zum Milford Sound unternimmt - der alleridngs sonst immer einen Tag Spaeter dort eintrifft und nur ausnahmsweise schon Mittwoch abends da war (Fuegung, Schicksal?). Der hat mich dann ueberredetueberzeugt mit seinem Bus mitzufahren (eigentlich wollte ich zum Sound erst am uebernaechsten Tag da weit und ich das mit einer Zwischenetappe in Te Anau machen wollte - aber sein Argument 'Uebermorgen soll's regnen' hat mich dann dazu gebracht zu zu sagen, obwohl ich ja die Haelfte der Strecke eh fahren muss und mir die Kohle fuer den Bus haette sparen koennen). Also am naechsten morgen um 5h aufgestanden, mit Lester den Bus in Arrowtown geholt und nach Queenstown gefahren, um dort in verschiendenen Hostel und Hotels Leute einzuladen. Das Fruehaufstehen wurde durch einen Sonnenaufgang belohnt, der die Berge und den See in ein traumhaft schoens Licht getaucht hat, und durch Lesters " wenn dich irgendwer fragt, du bist 'staff'' - unglaublich, ich habe fuer diesen Tagesausflug nichts bezahlt! Er hat mich sogar umsonst auf das Boot, dass durch den Sound faehrt gebracht!! Bei traumhaften Wetter (und das bei 260 Regentagen im Jahr in den Sounds) ging es von Queenstown an Lake Wakipitu entlang durc h die Berge ueber Farmland erst zum Lake Te Anau um dann ins Fjordland einzufahren. Ich kann die Landschaft leider nicht kurz beschreiben und nur sagen: wunderschoen. Und wie toll, einfach Mal nur sitzen, gucken, staunen und fotografieren zu koennen und dabei mit zahlreichen Infos, Geschichten, Mythen und Witzen von Lester versorgt zu werden. Vor allem weil die Strasse definitiv nicht ohne ist: extrem steil, kurvig, eng und viel befahren. Dazu hatte ich auch noch nette Leyte im ziemlich leeren Bus: Stefano, ein etwas tuckiger Italiener und Joana und Rachel aus Korea (die Namen haben sie sich hier zugelegt, weil jeder, so auch ich, nach dem 10. Nachfragen ihre koreanischen Namen immer noch nicht verstanden hat geschweige denn ausprechen kann). Tja, und die Maedels haben dann auch an meiner Kurzschlussreaktion teilgenommen: da die Fahrt mit dem Bus nach Queenstown 4 Stunden dauert, man auf dem Rueckweg ja alles schon kennt gibt es immer das Angebot zurueck zu fliegen mit Rundflug ueber Fjordland, fuer 'nur' 350 $. Als wir das feine texanische Paar unserer Reisegruppe am Mini-Flughafen abgeladen haben kam Lester zu mir "Sarah, ich sag's dir als erstes, es gibt noch ein paar Plaetze im Flugzeug, die die fuer 150$ rausgeben' - genau das Geld, was ich dank ester 'nicht' fuer diesen Tagesausflug aber im Kopf schon ausgegeben hatte - und ich hab's gemacht!! Ich, die Hoehenangst und 'oh mein gott, der Fluegel wackelt und ich werde sterben' Flug-Sarah!! Mit 12 Leuten in einer winzigen Maschine, einer mini Startbahn, die direkt auf den hoechsten Berg der Sounds zulaeuft!! Und es war grossartig!! (Mal ganz abgesehen, dass ich dankenswerterweise um 17h zu Hause war statt erst um 21h mit Lester, der von mir erst Mal Haufenweise Schoki als Dank bekommen hat). Und als ich im Hostel zurueck war habe ich Stunden gebraucht um wieder auf den Boden zu kommen - over the moon, wie meine Zimmergenossin Marian es nannte. Es ist nicht zu glauben, was ich hier bis aud die Ed Story fuer ein unverschaemtes Glueck habe!! Drueckt mir die Daumen, dass das anhaelt!

Sonntag, November 09, 2008

So, neuen Fotoapparat gekauft! Und auch sonst ist wieder so viel passiert - hatte mir eigentlich vorgenommen, die Blogeintraege kuerzer zu halten, aber ein paar Sachen muessen einfach erzaehlt werden!
Von Hahei Beach ging es weiter die Coromandel Halbinsel an der Ostkueste hoch ueber Whitianga (wh wird hier f ausgesprochen), wo ich aufgrund der Weigerung saemtlicher Reisebekanntschaften inklusiver der aelteren Frau Joettjes eine Begegnung dritter Art mit einer Friseuse hatte, die von mir wisen wollte, ob es in Italien wirklich keine Frisoere gaebe...
Die Nacht haben wir dann wieder am Strand, diesmal der von Kuaotunu, verbracht und die herrlichen Buchten rundrum abgefahren.
Auf dem Weg nach Coromandel Town von der einen Kuestenseite ueber die Berge auf die andere sind wir mitten in ein Radrennen geraten - Hut ab, die Berge kommt der Ed ja kaum hoch!
Geschlafen haben wir nicht in Coromandel sondern in Colville auf einer Farm, die auch Ausritte angeboten haben (Fotos sind im Moment leider not avaiable) auf der. Dafuer dass ich seit dem "15-Tage-Andalusien-Trekking-zu-Pferd" nach dem Abi nicht mehr auf selbigem sass ging es ganz gut und hat tierisch Spass gemacht die Huegel, Waelder und Weiden rauf und runter zu reiten - unterhalten von Steve, dank dem ich jetzt alles ueber die Geschichte, Mythen der Region, die gerade laufenden Wahlen, das Saarland und Opossums weiss. Naechster Stop war in Orere Point, wo wir nach der Ankunft im Ferienpark uns wegen strahlendem Sonnenschein nur noch die Kleider vom Leib gerissen haben aum uns an den Strand zu legen, der dann allerdings wenig idyllisch pitschnass von der Flut und in droehnende Motorgeraeusche gehuellt war - die Kiwis lieben es leider mit ihren Quad-Bikes ueberall rumzupesen - auch am Strand. Was die Kiwis ausserdem noch lieben ist Frittieren! Ueberall in jedem noch so kleinen Kaff gibt es wenigstens einen Fish und Chips Laden, von denen die meisten zu meiner Freude auch frittierte Bananen (hier streuen die Zimt drueber) anbieten. Es gibt eigentlich nix was nicht frittiert wird - ich wollte ne Bockwurst, die wurde nicht gar gekocht sondern firttiert - sogar Schokoriegel frittiert bieten die an, die habe ich mich allerdingsnoch nicht getraut auszuprobieren. Da wir nicht nochmal in Auckland uebernachten wollten haben wir uns 2 Tage noerdlich von Auckland in Orewa ein Bett gemietet - und ein kleines Paradies gefunden! Der Ort selber ist ein Strand-Touri-Ort, das allerdings mit einem wirklich huebschen Strand und einer von bunten wilden Blumen gesaeumten schmalen Promenade (herrlich zum Joggen), der an einem Stueck Regenwald volle Nikaupalmen liegt. Und das Hostel ... nach Brians PLace der gemueltlichste Platz an dem wir bisher waren - Entspannung pur!
Die wurde allerdings ein wenig gestoert, als ich das Muttertier am Mittwoch zum Flughafen gebracht habe, wo wir erfahren mussten, dass der Anschlussflug Sydney - Frankfurt gecancelt wurde und sie um direkt nach Frankfurt zu kommen schon 6 Stunden frueher haette fliegen muessen! Es hatte ganze 1 1/2 Stunden gedauert bis der leicht ueberforderte asiatische Quantas-Angestellte endlich die neuen Tickets besorgt hatte - wie sie fliegen muss hatte er schon nach 10 Minuten raus, warum der Rest so lange gedauert hat, keine Ahnung... Raus kam dabei: von Sydney nicht nach Frankfurt sondern nach London Heathrow und dort umsteigen nach Frankfurt... Ich war danach fertiger als die Betroffene selbst. Dafuer hatte ich nach der Verabschiedung etwas zum Freuen: Verena, mit der wir das Wochenende in Opotiki waren und die mit mir den Versuch nach White Island zu fahren unternommen hatte, hatte sich gemeldet, dass sie frei hat und mit mir das Tongariro Crossing zu machen, juchu. Also bin ich vom Flughafen bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Sueden nach Turangi geheizt, wo wir uns treffen wollte. Die Betonung liegt auf WOLLTEN! Denn nach kurzer Pipi-Pause in Huntly hat Eds Morgenmuffel-Macke, die ersten 2 km nicht den Gang zu wechseln (wurde mir von werkstattmann als unbedenklich erklaert), eingesetzt - 20 km bis Hamilton auf dem vollen einspurigen Highway mit 40 - 50 km bei einer Drehyahl von ca. 5000 laut droehnend und mit immer heisser werdenden Kuehlwasser - nicht lustig. In Hamilton habe ich dann bei der ersten werkstatt gehalten - als ich das bei Probefahrt vorfuehren will schaltet Ed dann doch weider - war ja klar. Von der Mechaniker werde ich zu Transmission (Getriebe?) Spezialist geschickt: muss neue (gebracuhte transmission rein, mindesten 1500 Dollar und einige Tage Dauer... Nach hin und her Ueberlegen entscheide ich mich (Ed faehrt ja gerade) die 250 Kilometer bis Taupo (Verena und ich haben uns von Turangi auf naeheres und groesseres Taupo verlegt) durchzuheizen und es am naechsten Tag da in der Werkstatt zu versuchen, denn Hamilton ist gross, ich habe mein ganzes Gepaeck im Auto, das naechste Hostel ist ewig weit von der Werkstatt weg und in Taupo ist wenigstens jemand den ich kenne... Immerhin habe ich ein paar Regenboegen auf der Fahrt gesehen. Das Hostel in Taupo ist toll, sehr nette Besitzerin, die mir Werkstatt empfiehlt und Verena, die mich erstmal drueckt und mit ihrer herrlich lockeren Art runterholt. In der Werkstatt sieht es am naechsten Tag nicht besser aus: gleicher Preis, gleiche Dauer - mehr als Ed wert ist und spaeter als es geht, denn die Faehre ist fuer Sonntag 8h morgens gebucht. Nach stundenlangem hin und her telefonieren kommt einer in der Werkstatt darauf, dass es ja noch Joe gibt. Joe arbeitet bei einem Baumarkt um die Ecke und kauft nebenbei Autos um sie dann wieder zu verkaufen, wobei in einer kleineren Stadt wie Taupo (im Vergleich zu Auckalnd) diese weniger kosten. Und Joe hat tatsaechlich ein Auto da - ein Topyota Wisdom, riesen Schiff, ich kann mich nicht entscheiden, ob es eine Opa- (limo) oder eine Proll-Karre (getoente Scheiben) ist. Nach einigem Haareraufen und verhandeln tausche ich Ed plus weniger Dollar als ich fuer seine Reperatur haette bezahlen muessen gegen Tommie (kennzeichen ist UK - die Englaender nennen sie hier Tommie - da lag der Name nahe) ein. Wenn Joe wirklich ein ehrlicher Mann ist habe ich sogar noch Gewinn gemacht, denn Tommie kann ich sicherlich viel teurer wieder verkaufen als Ed. Haltet mir die Daumen, dass er haelt, sonst bin ich pleite. Die ersten 700 km hat er schon ueberstanden. Nur schoen finde ich ihn nicht, ist nicht so ein Charakterwagen wie Ed.. Nach dem ganzen autostress, telefonieren mit meiner Autoversicherung, Gang zum neuseelaendischen ADAC, Anmeldung bin ich dann mit Verena auf den Mount Tahara gestiegen zum Abreagieren. Tolle Aussicht, aber sau anstrengend: steil hoch und da joggen manchen Kiwis tatsaechlich hoch- und das wo ich den kaum hochgehen, eher kriechen, manchmal auch klettern oder hangeln kann... Nach 2 Tagen in Taupo sind Verena und ich dann nach Turangi um das Crossing zu planen und uns schon mal in Tongariro National Park einzuwandern. Das allerdings bei zwischenzeitlichem Schneegraupel, Sturm und teifhaengenden Wolken, die uns immer nur die 3 SChneebedeckten Vulkanberge des PArks erahnen lassen ... Am naechsten TAg werden wir dafuer belohnt: blauer Himmel, knallende Sonne, super Sicht. Aber es hat Nachts geforen und oben liegt Schnee, dass die Wanderung nciht gerade einfacher dafuer umso beein druckender. Ich kann den Track nicht unter 3 DinA4 Seiten beschreiben, die Bilder muessen fuer sich sprechen. ATEMBERAUBEND SCHOEN! Und tierisch anstrengend: 19,3 km durch Schnee hoch und runter in 6 1/2 Stunden. So ein Glueck mit dem Wetter - am Endpunkt koennen wir uns komplett ausziehen und die Klamotten in der knallen Sonne trocknen. Nach kurzer Erholung musste ich mich dann leider von Verena verabschieden: sie musste Richtung Norden weiter zum Arbeiten und ich nach Sueden, um am naechsten Morgen die Faehre zu kriegen. Schade, ich hoffe ich werde nochmal eine so tolle Mitreisende haben - mit wem kann man schon auf Anhieb alte Otto-Filme rezitieren, Gulli Gulli Gulli Gulli Ramsammsamm und Ohne dich von der Muenchener Freiheit singen oder auch einfach nur 2 Stunden schweigend im flotten Tempo nebeneinander hergehen??
Heute bin ich dann also mit der Faehre von Wellington nach Picton gefahren und allein die Fahrt durch den Queen Charlotte Sound war wieder komplett Impression Overload... So schoen! Der Name "die versunkenen Flusstaeler" trifft es ganz gut. Nu etwas mehrt Sonne waere schoen gewesen. Mit diversem Zwischenstops auf dem Weg (die erste Stunde habe ich etwa alle 500 Meter angehalten um zu gucken und zu knipsen) bin ich nun in Nelson in einem Hostel voller netter Menschen(die Hostelbesitzer stellen einem morgens warmes selbstgebackenes Brot hin!) und plane meine erste Mehrtages-Wanderung: der Abel Tasman Park soll es sein. Und da man nette Menschen nicht aergern soll und ich hier seit einer Stunde das ausnahmsweise Mal kostenlose Internet blockiere hoere ich hier mal auf!