Erste Woche rum
Die erste Woche ist schon vorbei, das ging schnell. Meine
Mitbewohnerinnen und Mit-Stipendiatinnen Luisa (25 aus Stuttgart) und Andrea
(36, Holländerin aus Speyer) sind bei mir eingezogen. Die Vierte
Stipendiatin/Mitbewohnerin hat krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt und für sie wohnt bei uns
Sprachschülerin Beatrice (21 aus Bologna), die allerdings nur 2 Wochen bleibt.
Da die Stadt vor dem Tourismusboom ein Fischerort war, werden die
Schutzheiligen der Fischer, die Montag Abend fand im Rahmen dieser Dauer-Feier die Sardinada
statt, bei der in der ganzen Stadt draußen bei Live Musik getrunken und getanzt
wurde und, daher der Name, umsonst Sardinen verteilt wurden.
Am Dienstag fing die Feierei dann bereits morgens um 11h an
um auf den Höhepunkt, die Embarcación de la Virgen del Carmen am frühen Abend, zuzusteuern.
Wieder überall Musik, tanzende Menschen und ja, auch trinken, und das Ganze
zusätzlich auch im Wasser, da der Hauptschauplatz der kleine Fischerei-Hafen
der Stadt war.
Eine etwas merkwürdige Tradition durften wir bestaunen:
Nachmittags wurde ein langer Baumstamm, an dessen Spitze drei kleine
Fahnenhingen, mit einer braunen und extrem rutschigen Substanz eingeschmiert,
der danach über’s Hafenbecken hinausragte. Ein Pulk Kerle hat dann unter dem
Jubel aller Zuschauer versucht, heil über diesen Stamm bis ans Ende zu gleiten,
um eine Fahne zu ergattern. Ziemlich witzig, denn außer einem hat es keiner
geschafft und wir konnten diverse Stunt-artige Abgänge belachen:-)
Am frühen Abend kam dann der „Höhepunkt“ mit der Prozession.
Die Schutzheiligen St. Elmo und die Virgen del Carmen wurden unter tosendem
Applaus und lauthalsem Zuspruch durch die Stadt getragen, um dann am Ende in
einem mit Blumenranken verzierten Boot begleitet von einer Schiffsprozession auf’s
Meer hinaus gefahren zu werden. Das ganze hatte Festival Charakter, es gab
sogar für diesen Anlass bedruckte Shirts, die massenhaft gekauft und getragen
wurden, egal ob jung oder alt. Das ist mal Religion... Wer einen Eindruck davon
kriegen will, letztes Jahr sah das ganze so aus…
Die Musik entspricht nicht der Musik, die da lief. So andächtig war das nicht:-)
Die Musik entspricht nicht der Musik, die da lief. So andächtig war das nicht:-)
Die anderen Wochentage standen ganz im Zeichen des Unterrichts.
Zwischendurch war das leider sehr frustrierend, da Teneriffa ein Problem mit
seiner Internetverbindung hat und alles extrem lange lädt. Blöd, wenn man den
ganzen Tag online arbeitet. Spanisch habe ich wider Erwarten nur einmal die
Woche. Da ich die einzige Anfängerin bin, habe ich montags immer 1 ½ Stunden
Einzelunterricht. Mehr lerne ich aber tatsächlich von den anderen Mädels oder
dem Ausgehen mit den Spaniern aus der Online Agentur.
Am Wochenende hatten wir Bomben Wetter! Den Samstag habe ich zusammen mit meinen Mitbewohnerinnen in der Meeres-Pool-Landschaft Lago direkt am Meer verbracht. Ganz schön heiß in der Sonne, aber sehr geile Poolandschaft mit eiskaltem Meerwasser. Ausnahmsweise haben wir uns die Wolken, die sonst über Puerto kleben zurück gewünscht, aber sie kamen gerade mal bis zur Bergkette am Rande der Stadt, nicht über uns.
Abends sind wir dann mit alle Mann bzw. eher alle Frau ins Pequeno Buda (kleiner Budda) – einer Rockkneipe mit sehr schönem Innenhof und genialen Palettenmöbeln. An die Weg-Geh-Zeiten hier muss ich mich aber anpassen: wir waren um 21h in der Bar – da war keiner da. Unsere Spanier kamen dann um 23h – für sie sehr früh – und als ich um 1h ging, hatten die eigentlich gerade erst angefangen… Aber ich hatte eine gute Ausrede: am Sonntag sollte es für 6 von uns ungewusst auf Abenteuertour gehen.
Davon erzähle ich euch im nächsten Post – ich muss zusehen, dass ich jetzt noch für ein Stündchen an den Strand komme!

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