Auf, auf und davon!!

Dienstag, Juli 22, 2014

Erste Woche rum



Die erste Woche ist schon vorbei, das ging schnell. Meine Mitbewohnerinnen und Mit-Stipendiatinnen Luisa (25 aus Stuttgart) und Andrea (36, Holländerin aus Speyer) sind bei mir eingezogen. Die Vierte Stipendiatin/Mitbewohnerin hat krankheitsbedingt kurzfristig  abgesagt und für sie wohnt bei uns Sprachschülerin Beatrice (21 aus Bologna), die allerdings nur 2 Wochen bleibt.

 
Nachdem wir an unserem ersten Arbeitstag noch viel beschäftigt waren Vírgen del Carmen und San Telmo, groß gefeiert.
mit Vorstellen, PCs und Accounts einrichten und Programme erklärt bekommen, war der Dienstag gleich ein Feiertag – die Canarios feiern gerne und ausgiebig. Eine Woche lang war die ganze Stadt wegen der Fiesta de Julio schon mit Girlanden und die Balkone der Einheimischen mit Madonnen-Bildern geschmückt.

Da die Stadt vor dem Tourismusboom ein Fischerort war, werden die Schutzheiligen der Fischer, die Montag Abend fand im Rahmen dieser Dauer-Feier die Sardinada statt, bei der in der ganzen Stadt draußen bei Live Musik getrunken und getanzt wurde und, daher der Name, umsonst Sardinen verteilt wurden.
Am Dienstag fing die Feierei dann bereits morgens um 11h an um auf den Höhepunkt, die Embarcación de la Virgen del Carmen am frühen Abend, zuzusteuern. Wieder überall Musik, tanzende Menschen und ja, auch trinken, und das Ganze zusätzlich auch im Wasser, da der Hauptschauplatz der kleine Fischerei-Hafen der Stadt war.

Eine etwas merkwürdige Tradition durften wir bestaunen: Nachmittags wurde ein langer Baumstamm, an dessen Spitze drei kleine Fahnenhingen, mit einer braunen und extrem rutschigen Substanz eingeschmiert, der danach über’s Hafenbecken hinausragte. Ein Pulk Kerle hat dann unter dem Jubel aller Zuschauer versucht, heil über diesen Stamm bis ans Ende zu gleiten, um eine Fahne zu ergattern. Ziemlich witzig, denn außer einem hat es keiner geschafft und wir konnten diverse Stunt-artige Abgänge belachen:-)
Am frühen Abend kam dann der „Höhepunkt“ mit der Prozession. Die Schutzheiligen St. Elmo und die Virgen del Carmen wurden unter tosendem Applaus und lauthalsem Zuspruch durch die Stadt getragen, um dann am Ende in einem mit Blumenranken verzierten Boot begleitet von einer Schiffsprozession auf’s Meer hinaus gefahren zu werden. Das ganze hatte Festival Charakter, es gab sogar für diesen Anlass bedruckte Shirts, die massenhaft gekauft und getragen wurden, egal ob jung oder alt. Das ist mal Religion... Wer einen Eindruck davon kriegen will, letztes Jahr sah das ganze so aus…


Die Musik entspricht nicht der Musik, die da lief. So andächtig war das nicht:-)

Die anderen Wochentage standen ganz im Zeichen des Unterrichts. Zwischendurch war das leider sehr frustrierend, da Teneriffa ein Problem mit seiner Internetverbindung hat und alles extrem lange lädt. Blöd, wenn man den ganzen Tag online arbeitet. Spanisch habe ich wider Erwarten nur einmal die Woche. Da ich die einzige Anfängerin bin, habe ich montags immer 1 ½ Stunden Einzelunterricht. Mehr lerne ich aber tatsächlich von den anderen Mädels oder dem Ausgehen mit den Spaniern aus der Online Agentur.


Am Wochenende hatten wir Bomben Wetter! Den Samstag habe ich zusammen mit meinen Mitbewohnerinnen in der Meeres-Pool-Landschaft Lago direkt am Meer verbracht. Ganz schön heiß in der Sonne, aber sehr geile Poolandschaft mit eiskaltem Meerwasser. Ausnahmsweise haben wir uns die Wolken, die sonst über Puerto kleben zurück gewünscht, aber sie kamen gerade mal bis zur Bergkette am Rande der Stadt, nicht über uns.
Abends sind wir dann mit alle Mann bzw. eher alle Frau ins Pequeno Buda (kleiner Budda) – einer Rockkneipe mit sehr schönem Innenhof und genialen Palettenmöbeln. An die Weg-Geh-Zeiten hier muss ich mich aber anpassen: wir waren um 21h in der Bar – da war keiner da. Unsere Spanier kamen dann um 23h – für sie sehr früh – und als ich um 1h ging, hatten die eigentlich gerade erst angefangen…  Aber ich hatte eine gute Ausrede: am Sonntag sollte es für 6 von uns ungewusst auf Abenteuertour gehen.
Davon erzähle ich euch im nächsten Post – ich muss zusehen, dass ich jetzt noch für ein Stündchen an den Strand komme!