
Tatatataaaa: hier schreibt die endgueltig Ex-Studentin fertige Diplom Medienwirtin!

Meine Diplomarbeit ist zurueck und damit auch mein Zeugnis und mein Schnitt fertig. Das Ergebnis war mehr als zufriedenstellend!!

Dafuer habe ich mir (neben diesem Urlaub natuerlich) die neue Rise Against CD gegoennt denn Tommy hat einen funktionierenden CD Player

(Ed hatte sogar einen Slot fuer meinen MP3 Stick - alllerdings hat
bei ihm noch nicht mal das Radio funktioniert) und hoere die beim "in der Sonne mit offenem Fenster durch die Gegend cruisen" rauf und runter - Jungs, ich freu mich riesig auf das Konzert im Februar!! Nachdem ich in Nelson noch bei Regen die Stadt erkundet habe ging es am naechsten Tag bei knalle Sonne auf meine erste Mehrtages

wanderung mit Huetten-Uebernachtung in den Abel Tasman National Park. Um

zu starten habe ich mich via Wassertaxi die Kueste hochfahren lassen (man faehrt einfach so weit wie man wieder zurueckwandern moechte) und die Zweifel, ob das so eine gute Idee war (immer noch Blasen vom Tongariro Corssing) waren ganz sch

nell verschwunden, als der Fahrer fragte ob wir schon Mal Killerwale gesehen haetten. Mann, hab ich ein Schwein, die kommen hoechstens 3/4 Mal im Jahr in die Ecke und ausgerechent als ich im Boot sitze schwimmen da gleich 3 von denen herum!

Der Fahrer war selber total aufgeregt, hat wild mit seinem Handy fotografiert und fast eine Stunde Verspaetung in Kauf genommen in der wir den Walen immer wieder gefolgt sind. Viel kleiner als ich dachte (laut Fahrer weil es Weibchen sind) und total neugierig - ich glaub die haben sich einen Spass draus gemacht uns Touris von einer Seite des Motorboots auf die andere zu scheuchen indem sie unter uns

durchtauchen. Die Wanderung selber hat richtig Spass gemacht

(wunderschoene einsame Straende mit goldenem Sand und tuerkisem Wasser), wenn es auch sehr anstrengend war - bin es nicht gewohnt den grossen Rucksack mit Schlafsack etc zu schleppen.

Und das Alleine-Reisen und Wande

rn ist auch gar kein Problem - ich habe manchmal schon fast zu viel Anschluss (ich bin abends oft so ko, dass ich gar keine Lust auf Gesellschaft habe). Auf der Suedinsel habe ich bisher sehr viel mehr Leute in meinem Alter getroffen und gerade von den Maennergrueppchen (tja, hat auch Vorteile als Frau alleine zu reisen;-) werde ich immer angequatscht - habe schon eine Einladung von 2 Jungs aus Berlin mit ihnen den 3-Tage-Routeburn Track zu laufen -

glaube allerdings das spare ich mir. Nach dem Abel Tasman bin ich weiter die Golden Bay entlang gefahren ueber Takaka Hill, was wieder ein richtiges Gebirge ist zurueck ans Meer um mir Cape Farewell und Farewell Spit (35 km Sandduene) anzusehen. Da habe ich dann auch endlich meine Seehunde

gesehen - erst von den Klippen ein balzendes Paerchen beobachtet und dann am Strand ganz versteckt hinter Felsen ploetzlich direkt 2 sonnenden Seehunden gegenuebergestanden. Putzig aber stinken. Da ich an dem Tag noch ein paar Kilometer machen wollte bin ich von der Obstplantagen nach glenhope gefahren. Ich kann nicht oft genug sagen, wie schizo das Land hier ist: goldene Straende mit Palmen, Gebirge mit Schnee, schottisch anmutenden Schafhuegel, von grell gelben Buschblumen ges Kueste ins Landesinnere vorbei an riesigen sattgruenenaeumte Flusstaeler zwischen sattgruenen Laubweaelder-Huegeln... Ich hatte schon Angst, dass mich irgendwann die Landschaft nicht mehr beeindrucken kann, aber das wird wohl nicht passieren. Allein beim Autofahren sehe ich so viel, das einfach

nur atemberaubend schoen ist. Ach ja, uebers Autofahren habe ich bisher ja nicht so viel geschrieben: das Linksfahren ist kein Problem dadurch, dass der Fahrersitz auch auf der ande

ren Seite ist. Allerdings habe ich erst im Nachhinein gemerkt, was Ed fuer ein Luxus war, denn die 'nicht deutschen Autos' haben Blinker und Scheibenwischer andersherum - wobei ich mich da langsam drangewohnt

habe. Eine Sache, die ich nicht reinkriege ist die bescheuerte Vorfahrtsregelung: wenn ich links abbiegen will (also nur um die Ecke huschen muss) und der der mit entgegen kommt rechts (also die Fahrbahn zum Abbiegen ueberqueren muss) hat der Vorfahrt!! Laso wenn ich einen Unfall bauen sollte liegt es an dieser daemlichen regel. Aber ansonsten ist das Fahr

en hier viel entspannter als in Deutschland. Selbst auf dem Motorway (von dem es eigentlich nur einen auf der Nordinsel gibt) darf man hoechstens 100 fahren, was aber 80 % der Fahrer gar nicht tun, es wird nicht nah aufgefahren, nicht gedraengelt, wer ganz langsam ist laesst die anderen passieren - einfach perfekt um sich beim Fahren alles genau anzusehen und nicht gestresst anzukommen.

Von Glenhope bin ich zuerst am Buller River entlang zum

Mt St Arnaud in den Nelson Lake National Park un

d da an den Lake Rotoiti geduest um dann wieder in Richtung Kueste zu fahren. Die Strecke zieht sich ein bisschen was aber von der urwuechsigen Landschaft entschaedigt wird: in der Buller Gorge fliesst der galsklare Buller River durch ein breites Kiesbett rechts und links von gruenen Laubwald-Huegeln gesaeumt und an den Ufern von sattgelben Ginsterbueschen (broom) bewachsen. An Cape Foulwind, genauer an Tauranga Bay habe ich mir dann nochmal eine Seehundkolonie angeguckt - es ist echt gut, im Fruehjahr unterwegs zu sein, denn die kleinen Seehunde sind schon sehr viel putziger als die fetten Bullen. Nach dem totalen Schock ueber den ploetzlichen Touri-Auflauf an den Pancake Rocks (die werden da Busse weise angekarrt) habe ich eigentlich ungewollt in Greymouth uebernachtet was allerdings ein Gluecksfall war: ein wunderbares Hostel, das super sauber, gut in Schuss und exotisch angehaucht ist und eine Mehrbettzimmer, das wir nur zu zweit bewohnt haben - der zweite war Oliver aus Hamburg, etwa mein Alter und total nett. Von Greymouth aus habe ich dann via Auto bei blauem Himmel und kn

alle Sonne erst Lake Brunner und dann den Arthurs Pass erkundet - wieder einmal landschaftlich total abwechslungsreich und wunderschoen! Zum Uebernachten hat's mich alerdings wieder an die Kueste nach Hokitika gezogen. Das erste Mal, dass ich die einzige Deutsche im Hostel (viel zu viele Deutsche in NZ) und die juengste war!! Nachdem ich den rauen schwarzen Strand abgejoggt bin habe ich abends mit den anderen Bewohnern (einer Schwedin um die 30, einem Suedafrikaner 40-50 und einem 'hippen' israelischen Ehepaar knapp 50) auf den Sofas um den Kamin herum gesessen und gequatscht und gelacht. Als ich mich dann um 22h verabschieden wollte, um in den Bush auf Gluehwuermchenjagd zu gehen sind die anderen spontan mitgekommen - das

war vieleicht eine lustige Mulitkulti-Nachtwanderung! Und wir haben tatsaechlich Glueh

wuermchen gesehen und das umsonst (manche Touris bezahlen dafuer viel Geld). Die leuchten blau, wusstet ihr das? Jetzt fehlen mir nur noch die Pinguine - Warnschilder a la "Penguins next 10 km" habe ich schon gesehen, kann also nicht mehr lange dauern! Mein Wetter Glueck hat allerdings erst Mal ein Ende gefunden, denn als naechstes wollte ich eine Gletsher-Tageswanderung auf dem Fox Glacier machen, aber nicht im Regen. Am Montag bin ich deshalb nur ein kleines Stueck durch Sinnflutartigen Regen bis Okarito gefahren, wo ich das Gleuck hatte nachdem das Hostel dort voll war auf ein kleines Historic Building, ein altes Schulhaus, zu stossen, das als (das kleinste in NZ) Youth Hostel umgebaut wurde. Und was ein Schwein - eigentlich muss ma

n das vorher reservieren und nur fuer Gruppen, aber als ich ankam war aber gerade die Putzfrau da, die mich reingelassen und fuer einen Kleckerbetrag dort uebernachten lassen hat. Die Freude ueber "endlich eine Nacht alleine" (ich hatte vorher irgendwie immer maennliche Zimergenossen, was zwar den Vorteil hat, dass die wenn sie spaeter ins Bett gehen weniger Krach machen als Maedels - nur Hose ausziehen und hinlegen - dafuer aber schnarchen) ist in der Nacht allerdings verflogen: das angekuendigte Unwetter um dass ich dac

hte herumgekommen zu sein kam mit einem Tag Verspaetung und dass als ich ganz alleine in einem sehr klapprigen Historic Building direkt am tosenden Meer liege - habe kein Auge zu getan - aber bin nicht weggeflogen und auch nicht ueberschwemmt wurden... Die Gletscher Wanderung habe ich dann 2 Tage spaete

r gemacht - allerdings war die eher enttaeuschend - wie ihr wisst gehoere ich ja eher zu der Sorte 'ungeduldiger Menschen' weshalb ich mich nach den ersten 2 Stunden Staunen ueber diesen Gletscher und seine Eigenheiten eher gelangweilt habe, denn alle 5-10 Minuten haben wir gestoppt, damit die Paerchen sich zusammen vor jeder einzelnen Eisspalte fotografieren lassen koennen oder unser Fuehrer neue Stufen ins Eis hacken kann... Deshlab bin ich nach der Wanderung auch direkt weiter - Zeit rein holen und wieder an d

ie Kueste zu kommen, wo das Wetter gleich viel besser war und ich mit einem herrlichen Sonnenuntergang ueber dem Tasmanischen Meer entschaedigt wurde. Von Haast bin ich wieder ins Landesinnere geduest vorbei an Lake Wanaka mit kurzem Stop fuer eine 3stuendige Bergbesteigung (als ich endlich oben war, pitschnass geschwitzt weil die Sonne so geknallt hat kam ein Sturm, der mir alle Wolken genau vor meine Aussicht auf Mount Aspiring geschoben hat - als ich wieder unten war war dann auch die Sonne wieder da) bis nach Arrowtown (putziges altes Goldgraeber Doerfchen), kurz vor Queenstown. Das Hostel hatte ich eigentlich nur wegen

des in seiner Beschreibung vorkommenden 'free internet' gewaehlt und mich schon geaergert , denn das free internet wollte auf dem uralt Rechner nach 20 Minuten Ladedauer imer noch nicht die Startseite anzeigen, aber wie sich rausgestellt hat (und das kommt hier so oft vor!!) war es einfach nur tierisch Glueck, dass ich da war. In dem Hostel lebt naemlich 3 Tage die Woche auch Lester, seines Zeichens Busfahrer eine Gesellschaft, die Tagesausfluege in den Fjordland National Park zum Milford Sound unternimmt - der alleridngs sonst immer einen Tag Spaeter

dort eintrifft und nur ausnahmsweise schon Mittwoch abends da war (Fuegung, Schicksal?). Der hat mich dann ueberredetueberzeugt mit seinem Bus mitzufahren (eigentlich wollte ich zum Sound erst am uebernaechsten Tag da weit und ich das mit einer Zwischenetappe in Te Anau machen wollte - aber sein

Argument 'Uebermorgen soll's regnen' hat mich dann dazu gebracht zu

zu sagen, obwohl ich ja die Haelfte der Strecke eh fahren muss und mir die Kohle fuer den Bus haette sparen koennen). Also am naechsten morgen um 5h aufgestanden, mit Lester den Bus in Arrowtown geholt und nach Queenstown gefahren, um dort in verschiendenen Hostel und Hotels Leute einzuladen. Das Fruehaufstehen wurde durch einen Sonnenaufgang belohnt, der die Berge und den See in ein traumhaft schoens Licht getaucht hat, und durch Lesters " wenn dich irgendwer fragt, du bist 'staff'' - unglaublich, ich habe fuer diesen Tagesausflug nichts bezahlt!

Er hat mich sogar umsonst auf das Boot, dass durch den Sound faehrt gebracht!! Bei traumhaften Wetter (und das bei 260 Regentagen im Jahr in den Sounds) ging es von Queenstown an Lake Wakipitu entlang durc h die Berge ueber Farmland erst zum Lake Te Anau um dann ins Fjordland einzufahren.

Ich kann die Landschaft leider nicht kurz beschreiben und nur sagen: wunderschoen. Und wie toll, einfach Mal nur sitzen, gucken, staunen und fotografieren zu koennen und dabei mit zahlreichen Infos, Geschichten, Mythen und Witzen von Lester versorgt zu werden. Vor allem weil die Strasse definitiv nicht ohne ist: extrem steil, kurvig, eng und viel befahren. Dazu hatte ich auch noch nette Leyte im ziemlich leeren Bus: Stefano, ein etwas tuckiger Italiener und Joana und Rachel aus Korea (die Namen haben sie sich hier zugelegt, weil jeder, so auch ich, nach dem 10. Nachfragen ihre koreanischen Namen immer noch nicht verstanden hat geschweige denn ausprechen kann).

Tja, und die Maedels haben dann auch an meiner Kurzs

chlussreaktion teilgenommen: da die Fahrt mit dem Bus nach Queenstown 4 Stunden dauert, man auf dem Rueckweg ja alles schon kennt gibt es immer das Angebot zurueck zu fliegen mit Rundflug ueber Fjordland, fuer 'nur' 350 $. Als wir das feine texanische Paar unserer Reisegruppe am Mini-Flughafen abgeladen haben kam Lester zu mir "Sarah, ich sag's dir als erstes, es gibt noch ein paar Plaetze im Flugzeug, die die fuer 150$ rausgeben' - genau das Geld, was ich dank ester 'nicht' fuer diesen Tagesausflug aber im Kopf schon ausgegeben hatte

- und ich hab's gemacht!! Ich, die Hoehenangst und 'oh mein gott,

der Fluegel wackelt und ich werde sterben' Flug-Sarah!! Mit 12 Leuten in einer winzigen Maschine, einer mini Startbahn, die direkt auf den hoechsten Berg der Sounds zulaeuft!! Und es war grossartig!! (Mal ganz abgesehen, dass ich dankenswerterweise um 17h zu Hause war statt erst um 21h

mit Lester, der von mir erst Mal Haufenweise Schoki als Dank bekommen hat). Und als ich im Hostel zurueck war habe ich Stunden gebraucht um wieder auf den Boden zu kommen - over the moon, wie meine Zimmergenossin Marian es nannte. Es ist nicht zu glauben, was ich hier bis aud die Ed Story fuer ein unverschaemtes Glueck habe!! Drueckt mir die Daumen, dass das anhaelt!
3 Comments:
Hallöle, Süße! Haben heute deine Karte bekommen! Großen Dank, haben uns sehr gefreut und senden dir mille bisous zurück ans andere Ende der Welt!
Julia&Nadir
22 November, 2008 12:37
Tja, Frau Jöttches, was soll man dazu sagen, außer: Wenn Engel reisen.... ;-)! Du hast es dir verdient, also genieß die Zeit in vollen Zügen. Freue mich trotzdem schon wieder darauf, wenn du in Good old Germany bist! Liebste Grüße
28 November, 2008 11:55
Es macht total Spaß, Deinen Blog zu verfolgen! Lass Dich weiterhin vom Glücksgott reich beschenken und vergiss nicht, die besten Kekse der Welt zu probieren ;-)
Wir haben uns sehr über Deine Karte gefreut! Bis bald, Christine
29 November, 2008 01:05
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